Freiwillig oder erzwungen – der unaufhaltsame Weg in die Postwachstumsökonomie
Alle Versuche, die spätmoderne Existenzform technologisch von Naturverbräuchen zu entkoppeln, sind gescheitert. Folglich lässt sich die ökologische Überlebensfähigkeit nur durch einen Rückbau unrealistischer Wohlstandsansprüche wiedererlangen, was auf eine Postwachstumsökonomie verweist. Diese sei nicht mehrheitsfähig, lautet ein oft erhobener Einwand, der aber übersieht, dass sich das aus Substanzverzehr speisende Industrie- und Konsummodell auch ökonomisch längst als unhaltbar erweist. Verzweifelte Verschuldungsexzesse, ein Digitalisierungswahn und die rücksichtslose Vereinnahmung letzter Naturgüter sollen retten, was nicht zu retten ist, und gleichen dabei einer Konkursverschleppung. Absehbar werden physische Grenzen eine Wende zum Weniger erzwingen.
„Absehbar werden physische Grenzen eine Wende zum Weniger erzwingen.“
Je umfänglicher in Politik, Wirtschaft, Bildung und Lebenspraxis strukturell darauf hingewirkt und rechtzeitig eingeübt wird, unabhängiger von Konsum, Verkehr, Technologie und globalen Verflechtungen zu existieren, desto leichter lässt sich der unaufhaltsame Reduktionsprozess meistern. Hierzu bedarf es stark verkleinerter Industriekapazitäten, die mit ergänzender Subsistenz kombiniert werden. Letztere umfasst (1) die eigene Herstellung von Gütern oder eine aktive Mitwirkung daran, (2) die gemeinschaftliche Nutzung von Gütern sowie (3) die Nutzungsdauerverlängerung durch…
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Autor
Apl. Prof. Dr. Niko Paech ist als außerplanmäßiger Professor an der Universität Siegen im Bereich Plurale Ökonomik tätig. Als Volks- und Betriebswirt widmet er sich unter anderem der Nachhaltigkeitsforschung und hat das Konzept der Postwachstumsökonomie entwickelt.